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Geförderte Zukunftsfähigkeit

Die Samtgemeinde Selsingen hat ein integriertes energetisches Quartierskonzept für Selsingen-Mitte entwickelt.

 

In der letzten EU-Förderperiode hat die Region Börde-Oste-Wörpe Demografiegutachten für jede beteiligte Kommune (Samtgemeinden Zeven, Tarmstedt, Sittensen und Selsingen), heruntergebrochen bis auf die dörfliche Ebene, erstellen lassen. Dieser Bericht von November 2012 bestätigte  die eigentlich schon bekannte Tatsache, dass die Bevölkerung in Zukunft weniger, älter aber auch bunter sein wird. Um im unweigerlich stattfindenden Wettbewerb bestehen zu können, sind eineVielzahl von Maßnahmen erkannt worden, die es umzusetzen gilt. Weiterhin bereitet die  Entwicklung des Selsinger Ortskerns Sorgen. Alte Bausubstanz und Leerstand tragen nicht dazu bei, Investoren dazu zu bewegen, in Selsingen zu investieren. Deshalb wurde auch ein Einzelhandelskonzept erstellt, das die wirtschaftliche Entwicklung Selsingens im Fokus hatte. Dieses im März 2013 vorgelegte und beschlossene Konzept legt nun die städtebaulichen Ziele für die Einzelhandelsentwicklung fest, definiert den zentralen Versorgungsbereich und dient zur Steuerung des Einzelhandels. Erforderlich ist eine planungsrechtliche Verankerung im Rahmen der Bauleitplanung.
Bereits vorhandene Informationen einbeziehen
Für die Gemeinde Selsingen stellte sich die Situation nun so dar, dass verschiedene Planungsgrundlagen vorlagen, die aber kein ganzheitliches Bild erzeugten. Deshalb wurde im Gemeinderat über Möglichkeiten für eine integrierte Planung diskutiert. Letztlich hat der Gemeinderat sich für die Erstellung eines energetischen Quartierskonzeptes entschieden, das allerdings die vorliegenden Planungen mit berücksichtigen muss. Damit wurde es ein integriertes energetisches Quartierskonzept. Das Quartier umfasst den Ortskern mit dem angrenzenden Wohngebiet aus den 1950er und 1960er Jahren. Außerdem liegen das Schulzentrum, Sporthallen, Kirche und Kindergärten in dem Gebiet. Die Leistungen wurden mit einer entsprechenden Aufgabenstellung ausgeschrieben und letztlich im April 2015 der Auftrag erteilt. Die Kosten des Konzeptes wurden über die KfW-Bank mit
65 Prozent und zusätzlich über die NBank mit 20 Prozent gefördert.
Konzept auf breite Füße gestellt
Im Rahmen des Konzeptes wurden Grundstückseigentümer und Gewerbetreibende mit eingebunden. Die Ergebnisse aus öffentlichen Veranstaltungen und Workshops sind in die Endfassung eingebunden worden. Die vom Gemeinderat gebildete Arbeitsgruppe umfasste auch Personen, die nicht dem Rat angehörten, so genannte Wirtschafts- und Sozialpartner, um so ein weitgefächertes Bild über die Situation und Lösungsmöglichkeiten zu erhalten.
Das Quartier Selsingen-Mitte weist alle typischen Merkmale eines Grundzentrums im ländlichen Raum auf: Wohnen und Arbeiten, Lernen,Freizeitgestaltung, sozialer und kultureller Mittelpunkt der Samtgemeinde. Gleichzeitig zeigen sich aber auch die typischen negativen Merkmale eines solchen Grundzentrums: demografische, wirtschaftliche und Verkehrsprobleme, städtebauliche und natürlich auch energetische Missstände.
Ganzheitlicher Ansatz
Das energetische Quartierskonzept hat sich zwangsläufig mit all diesen Themen zu befassen, weil alles miteinander verknüpft ist und zusammenhängt. Fehlende Arbeitsplätze verstärken die demografischen Probleme, die wiederum die Siedlungsentwicklung und die städtebaulichen Strukturen beeinflussen. Folgerichtig hat sich dieses Konzept nicht nur auf den energetischen und klimatischen Aspekt konzentriert, sondern versucht, eine ganzheitliche Betrachtung anzustellen. Es ist klar geworden, dass es vor allem an einem gemeinsamen Leitbild und Leitlinie fehlt. Dazu hat die Arbeitsgruppe das Leitbild „Selsingen für Jung und Alt lebenswert gestalten!"formuliert und folgende Leitlinien zur Konkretisierung entwickelt:
Selsingen entwickelt sich als attraktiver Wohnort für alle Generationen.
Der Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur werden bedarfsgerechter entwickelt und gestaltet.
  • Selsingen wird unter Wahrung seiner Identität einladend gestaltet.
  • Selsingen wird als Wirtschaftsund Einkaufsort gestärkt und weiterentwickelt.
  • Selsingen wird in seiner ökologischen Vielfalt erhalten und weiterentwickelt.
  • Selsingen leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.
  • Selsingen bietet ein breites und vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot.
Diese Leitlinien sind anschließend weiter mit den Möglichkeiten zur Erreichung dieser Vorgaben spezifiziert worden.
Mit dem Beschluss des integrierten energetischen Quartierskonzeptes im September 2016 hat der Gemeinderat gleichzeitig die Beantragung eines Sanierungsmanagements beschlossen. Auch hier kann das Management bis zu fünf Jahre mit maximal 250.000 Euro – 65 Prozent der Gesamtkosten – über die KfW-Bank gefördert werden. Aufgabe des Sanierungsmanagements wird es sein, die vorgeschlagenen Projekte aus dem Konzept umzusetzen und die Antragsteller aus dem Quartier fachlich zu begleiten. Dazu soll auch die Vorbereitung über die Ausweisung eines städtebaulichen Sanierungs gebietes gehören. Mit der Festlegung eines Sanierungsgebietes wird es für die Antragsteller möglich, Sanierungsmaßnahmen auch steuermindernd geltend zu machen. Ein weiterer wichtiger Schritt wird die planungsrechtliche Aufarbeitung des Einzelhandelskonzeptes sein. Erst durch eine verbindliche Bauleitplanung ist eine wirkungsvolle Steuerung und Entwicklung des Einzelhandels möglich.
 
Hans-Hinrich Pape
Gemeindedirektor der
Samtgemeinde Selsingen
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